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Bote fr Tirol und Vorarlberg, Nr. 76; Innsbruck, Donnerstag den 3. April 1890, Seite 667 (= Seite 1 der Ausgabe)
Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, wird am 19. ds. abends acht Uhr im Saale zum grauen Bren in Innsbruck der Perlagger-Congre, d. h. die Zusammenkunft von Perlaggern zum Zwecke der Berathung und Feststellung einer allgemein giltigen Perlaggcr - Ordnung stattfinden. Ein vorbereitender Ausschuss arbeitete zu diesem Behufe Regeln aus, die bereits im Druck erschienen sind. Auf Grund dieser Regeln soll die Berathung stattfinden, jedoch wird ausdrcklich bemerkt, dass Abnderungen oder Zusatzantrge
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nur dann zur Verhandlung kommen, wenn dieselben vorher bei diesem Ausschusse angemeldet sind. Anfragen sind zu richten: An den Perlagger - Ausschuss beim grauen Bren in Innsbruck", woselbst auch die erwhnten Regeln gegen Einsendung von 15 kr. in Postmarken nach auswrts postfrei versendet werden. Wird eine grere Anzahl von Perlagger-Ordnungen auf einmal bestellt, so kommt die Zusendung billiger, da der Preis eines Bchleins ohne Versendungskosten auf 10 kr. festgestellt ist. Gleichzeitig theilen wir mit, dass mit dem Kongresse am folgenden Tage im Saale zum Adambru in Wilten ein groes Preis-Perlaggen mit Preisen im mindesten Werte von 450 fl., die Zierden nicht eingerechnet, abgehalten wird. Das Nhere hierber enthalten die in den nchsten Tagen zu versendenden Plakate. Nur soviel knnen wir heute mittheilen, dass jeder Theilnehmer zur Abnahme einer Festkarte zu 2 fl. und zum Kaufe einer Perlagger- Ordnung zu 10 kr. verpflichtet ist. Da die Festkarte auf Namen ausgestellt wird, drfte es sich empfehlen, sich dieselbe frhzeitig zu beschaffen. Diese Festkarte berechtiget zur Theilnahme am Congre, am groen Preis-Perlaggen und an allen anderen vom Ausschusse geplanten Festlichkeiten.
Tiroler Land-Zeitung | Oberinnthaler Wochenblatt. 1888-1892 | 2. Jahrgang (1890) v. 5.4.1890, Seite 19
Perlagger-Kongre. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, wird am 19. ds. Mts. Abends 8 Uhr im Saale zum grauen Bren in Innsbruck der Perlagger-Kongre, d. h. die Zusammenkunft von Perlaggern zum Zwecke der Berathung und Feststellung einer allgemein giltigen Perlagger-Ordnung stattfinden. Ein vorbereitender Ausschu arbeitete zu diesem Behufe Regeln aus, die bereits im Drucke erschienen sind. Auf Grund dieser Regeln soll die Berathung stattfinden, jedoch wird ausdrcklich bemerkt, da Abnderungen oder Zusatzantrge nur dann zur Verhandlung kommen, wenn dieselben vorher bei diesem Ausschsse angemeldet sind. Anfragen sind zu richten: An den Perlagger-Ausschu beim grauen Bren in Innsbruck", woselbst auch die erwhnten Regeln gegen Einsendung von 15 kr. in Postmarken nach auswrts postfrei versendet werden. Wird eine grere Anzahl von Perlagger-Ordnungen auf einmal bestellt, so kommt die Zusendung billiger, da der Preis eines Bchleins ohne Versendungskosten auf 10 kr. festgestellt ist. Gleichzeitig theilen wir mit, da mit dem Kongresse am folgenden Tage im Saale zum Adambru in Wilten ein groes Preisperlaggen mit Preisen im mindesten Werthe von 450 fl., die Zierden nicht eingerechnet, abgehalten wird. Das Nhere hierber enthalten die in den nchsten Tagen zu versenden (sic!) Plakate. Nur so viel knnen wir heute mittheilen, da jeder Theilnehmer zur Abnahme einer Festkarte zu 2 fl. und zum Kaufe einer Perlagger-Ordnung zu 10 kr. verpflichtet ist. Da die Festkarte auf Namen ausgestellt wird, drfte es sich empfehlen, sich dieselbe frhzeitig zn beschaffen. Diese Festkarte berechtiget zur Theilnahme am Kongre, am groen Preis-Perlaggen und an allen anderen vom Ausschsse geplanten Festlichkeiten.
Bote fr Tirol und Vorarlberg | 1849-1919 | Jg. 1881, 9. Februar 1881, Seite 264
Hall, 6. Febr. Die gestern vom daigen Mnner-Gesangsverein in den Localitten des Gast~hofes zum Bren" gegebene Unterhaltung war ziemlich gut besucht und animiert, obgleich solche weder als Ball, noch als Krnzchen, sondern einfach als Snger-Abend" bezeichnet war. Whrend der grere Theil unserer Damen- und Herren-Welt sich bei Gesang und Tanz amsierten, hielt eine kleine Gesellschaft im Badhause jenseits des Inn den Perlagger-Ball" ab, wobei zwar nicht Musik und Tanz vorkam, sondern mit einer im wahren Sinn des Wortes kleinen Gollaschpartie begann. Dieses Papprikagericht erlebte vermge seiner Schmackhaftigkeit etwas spter noch eine zweite Auflage. Der Beginn des Ringkampfes mit Perlaggen" wurde durch drei Schsse und Raketen signalisiert, ebenso wurde gegen Mitternacht der Schluss des Spieles und der Unterhaltung angezeigt.
Innsbrucker Nachrichten. 1854-1945, 1891, 6.3.1891, Seite 8
(Preis-Perlaggen.) Am 3. ds. fand in Thomaset's Hotel Arlberg hier ein groes Preis-Perlaggen statt, welches mit 56 Besten im Gesammtwerte von fl. 80 ausgestattet war. Dasselbe war von 68 Spielern besucht und gieng Herr Josef Prantner, Oberrauchwirt in Wilten, als Knig hervor.
Innsbrucker Nachrichten. | 1854-1945 | Jg. 1894 vom 20.1.1894, Seite 3
(Groes Preis-Perlaggen.) Wie in den Vorjahren findet auch dieses Jahr am 2. Februar im Hotel-Restaurant Veldidena" ein groes Preis- Perlaggen mit Geldpreisen im Werte von fnfhundert Kronen statt. Alles nhere im heutigen Inserat.
Seite 16
Quelle: Digitalisat der Uni Innsbruck, entnommen von ≡ mehr ...
Unterinnthaler Bote. | 1892-1916 | Jg. 1899, Ausgabe v. 8.12.1899
Arzl, bei Innsbruck, 3. Dez. (Preis-Perlaggen.) Gestern abends fand ein solches beim Sternwirth" statt, wobei ein Ortsinheimischer, Buchrainer Lenz, reger Betheiligung zum Perlagger-Knig ausgerufen wurde, und als ersten Preis einen lebenden Widder gewann.
Innsbrucker Nachrichten. 1854-1945, Jg. 1927, Ausgabe v. 24.2.1927, Seite 3
aus: "https://ulb-digital.uibk.ac.at/obvuibz/periodical/pageview/3914658"
Die Geschichte des Perlaggens.
Von Hermann Schwaighofer.
(Schlu)
Das Perlaggen fand nun wahrscheinlich durch die Fuhrleute eine ungemein rasche Verbreitung; einige Jahre, nachdem es in Bozen das erstemal gespielt wurde, war es bis in die hintersten Talwinkel Nord- und Sdtirols hinein bekannt und beliebt.
Hiezu mag wohl auch beigetragen haben, da das Spiel nie um Geld, sondern ausschlielich um Wein gespielt wurde und wird, der von den Spielern gemeinsam getrunken wird.
Durch die rasche und weite Verbreitung des Perlaggens kam es, da man in verschiedenen Orten nach verschiedenen Regeln spielte; um dem abzuhelfen und in das ganze eine gewisse Einheitlichkeit zu bringen und um den bisherigen Nichtperlaggern eine Anleitung zu geben, gaben einige Bozner im Jahre 1853 ein 16 Seiten starkes Heftchen heraus, das sich Das Tiroler National= oder Perlagg=Spiel, erklrt von einigen Etschlndern", betitelt und bei Wagner in Innsbruck erschienen ist. Das Heft, das sogenannte erste Perlaggerbchl, fand reienden Absatz, und trug weiter viel zur Verbreitung des interessanten Spieles bei.
Dieses erste Perlaggerbchl enthielt wohl eine sehr gute Erklrung des Spieles und eine Erluterung der allgemeinen Spielregeln: auf Details lie es sich jedoch nicht ein. Durch die abwechslungsreichen Zusammenstellungen, die dasselbe bietet, durch unrichtige Auffassung im allgemeinen und durch die Streitsucht einzelner kam es, da beim Perlaggen sehr oft gestritten und sogar der Spruch Gotteswort und Perlaggerstreit whren fort in Ewigkeit" ein geflgeltes Wort wurde.
Um dem abzuhelfen und endlich Ordnung in das Perlaggen zu bringen, wurde im Jahre 1890 nach Innsbruck der erste Tiroler Perlaggerkongre einberufen. Er fand unter uerst zahlreicher Beteiligung von Stadt und Land aus Nord- und Sdtirol am 19. April 1890 im Adambru"-Saal statt, und nahm einen glnzenden Verlauf.
Im selben Jahre noch erschien das neue, zwlf Seiten umfassende Perlaggerbchl. betitelt:
Das Perlagg-Spiel.
Erklrung dieses Spieles nebst den Regeln, wie dieselben beim ersten tirolischen Perlaggerkongre am 19. April 1890 festgestellt wurden. Im Selbstverlag des Ausschusses fr den Perlaggerkongre. 1890. Innsbruck. Druck der Wagner'schen Universitts-Buchdruckerei.
Der Hauptwert dieses Perlaggerbchls besteht darin, da die vom Kongre fr richtig und gltig befundenen Regeln fein suberlich in 32 Paragraphen gesetzt wurden und nunmehr allen Perlaggern als Evangelium zu gelten hatten.
Aber wie nichts vollkommen auf der Weit ist, so trifft das auch bei den Regeln des Perlaggerbchls zu. Trotzdem die besten Spieler ihrer Zeit mitarbeiteten und vor allem anderen jedwede Zweideutigkeit vermeiden wollten, ist es ihnen doch nicht ganz gelungen, alles so klar und deutlich aufzusetzen, da man es nicht auch anders auslegen knnte. Und dadurch wurde natrlich dem Streit wieder Tr und Tor geffnet, es legt eben der eine den Paragraph so und so aus und der andere anders. Wenn es sich oft nur um Wortklaubereien dreht und alles schlielich nur Spitzfindigkeiten sind, ist es doch nicht notwendig, da das ganze edle Spiel des Perlaggens darunter leidet. Es haben sich daher im Jahre 1924 wieder bekannte Perlagger zusammengefunden und sich zur Aufgabe gesetzt, die alten Regeln vom Jahre 1890 so umzuarbeiten (keine neuen aufzustellen), das heit stilistisch so abzufassen, da in Zukunft nach menschlicher Voraussicht, wenn jeder diese Regeln befolgt, ein Periaggerstreit unmglich ist.
Diese neu verbesserten Regeln werden nun das erste Mal im jetzt erschienenen Buch der Tiroler Kartenspiele (Bieten, Watten und Perlaggen) verffentlicht, das natrlich auch die alten Regeln im Originaltext und eine genaue Erklrung dieser interessanten, typisch tirolischen Kartenspiele enthlt.
Innsbrucker Nachrichten. 1854-1945, 1892, Ausgabe vom 16.2.1892, S 11
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Quelle: Digitalisat der Uni Innsbruck, entnommen von ≡ mehr ...
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