125 Tiroler Kartenspiele. Bieten, Watten und Perlaggen:
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Tiroler ...
Perlaggen im Nachrichtenspiegel
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Bote für Tirol und Vorarlberg

, Nr. 76; Innsbruck, Donnerstag den 3. April 1890, Seite 667 (= Seite 1 der Ausgabe)
Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, wird am 19. ds. abends acht Uhr im Saale zum grauen Bären in Innsbruck der Perlagger-Congreß, d. h. die Zusammenkunft von Perlaggern zum Zwecke der Berathung und Feststellung einer allgemein giltigen Perlaggcr - Ordnung stattfinden. Ein vorbereitender Ausschuss arbeitete zu diesem Behufe Regeln aus, die bereits im Druck erschienen sind. Auf Grund dieser Regeln soll die Berathung stattfinden, jedoch wird ausdrücklich bemerkt, dass Abänderungen oder Zusatzanträge Seite 668 nur dann zur Verhandlung kommen, wenn dieselben vorher bei diesem Ausschusse angemeldet sind. Anfragen sind zu richten: „An den Perlagger - Ausschuss beim grauen Bären in Innsbruck", woselbst auch die erwähnten Regeln gegen Einsendung von 15 kr. in Postmarken nach auswärts postfrei versendet werden. Wird eine größere Anzahl von Perlagger-Ordnungen auf einmal bestellt, so kommt die Zusendung billiger, da der Preis eines Büchleins ohne Versendungskosten auf 10 kr. festgestellt ist. Gleichzeitig theilen wir mit, dass mit dem Kongresse am folgenden Tage im Saale zum Adambräu in Wilten ein großes Preis-Perlaggen mit Preisen im mindesten Werte von 450 fl., die Zierden nicht eingerechnet, abgehalten wird. Das Nähere hierüber enthalten die in den nächsten Tagen zu versendenden Plakate. Nur soviel können wir heute mittheilen, dass jeder Theilnehmer zur Abnahme einer Festkarte zu 2 fl. und zum Kaufe einer Perlagger- Ordnung zu 10 kr. verpflichtet ist. Da die Festkarte auf Namen ausgestellt wird, dürfte es sich empfehlen, sich dieselbe frühzeitig zu beschaffen. Diese Festkarte berechtiget zur Theilnahme am Congreß, am großen Preis-Perlaggen und an allen anderen vom Ausschusse geplanten Festlichkeiten.

Tiroler Land-Zeitung

| Oberinnthaler Wochenblatt. 1888-1892 | 2. Jahrgang (1890) v. 5.4.1890, Seite 19
Perlagger-Kongreß. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, wird am 19. ds. Mts. Abends 8 Uhr im Saale zum grauen Bären in Innsbruck der Perlagger-Kongreß, d. h. die Zusammenkunft von Perlaggern zum Zwecke der Berathung und Feststellung einer allgemein giltigen Perlagger-Ordnung stattfinden. Ein vorbereitender Ausschuß arbeitete zu diesem Behufe Regeln aus, die bereits im Drucke erschienen sind. Auf Grund dieser Regeln soll die Berathung stattfinden, jedoch wird ausdrücklich bemerkt, daß Abänderungen oder Zusatzanträge nur dann zur Verhandlung kommen, wenn dieselben vorher bei diesem Ausschüsse angemeldet sind. Anfragen sind zu richten: „An den Perlagger-Ausschuß beim grauen Bären in Innsbruck", woselbst auch die erwähnten Regeln gegen Einsendung von 15 kr. in Postmarken nach auswärts postfrei versendet werden. Wird eine größere Anzahl von Perlagger-Ordnungen auf einmal bestellt, so kommt die Zusendung billiger, da der Preis eines Büchleins ohne Versendungskosten auf 10 kr. festgestellt ist. Gleichzeitig theilen wir mit, daß mit dem Kongresse am folgenden Tage im Saale zum Adambräu in Wilten ein großes Preisperlaggen mit Preisen im mindesten Werthe von 450 fl., die Zierden nicht eingerechnet, abgehalten wird. Das Nähere hierüber enthalten die in den nächsten Tagen zu versenden (sic!) Plakate. Nur so viel können wir heute mittheilen, daß jeder Theilnehmer zur Abnahme einer Festkarte zu 2 fl. und zum Kaufe einer Perlagger-Ordnung zu 10 kr. verpflichtet ist. Da die Festkarte auf Namen ausgestellt wird, dürfte es sich empfehlen, sich dieselbe frühzeitig zn beschaffen. Diese Festkarte berechtiget zur Theilnahme am Kongreß, am großen Preis-Perlaggen und an allen anderen vom Ausschüsse geplanten Festlichkeiten.

Bote für Tirol und Vorarlberg

| 1849-1919 | Jg. 1881, 9. Februar 1881, Seite 264

Hall, 6. Febr. Die gestern vom daigen Männer-Gesangsverein in den Localitäten des Gast~hofes „zum Bären" gegebene Unterhaltung war ziemlich gut besucht und animiert, obgleich solche weder als Ball, noch als Kränzchen, sondern einfach als „Sänger-Abend" bezeichnet war. Während der größere Theil unserer Damen- und Herren-Welt sich bei Gesang und Tanz amüsierten, hielt eine kleine Gesellschaft im Badhause jenseits des Inn den „Perlagger-Ball" ab, wobei zwar nicht Musik und Tanz vorkam, sondern mit einer im wahren Sinn des Wortes kleinen Gollaschpartie begann. Dieses Papprikagericht erlebte vermöge seiner Schmackhaftigkeit etwas später noch eine zweite Auflage. Der Beginn des Ringkampfes mit „Perlaggen" wurde durch drei Schüsse und Raketen signalisiert, ebenso wurde gegen Mitternacht der Schluss des Spieles und der Unterhaltung angezeigt.

Innsbrucker Nachrichten. 1854-1945, 1891, 6.3.1891, Seite 8

(Preis-Perlaggen.) Am 3. ds. fand in Thomaset's Hotel Arlberg hier ein großes Preis-Perlaggen statt, welches mit 56 Besten im Gesammtwerte von fl. 80 ausgestattet war. Dasselbe war von 68 Spielern besucht und gieng Herr Josef Prantner, Oberrauchwirt in Wilten, als König hervor.

Innsbrucker Nachrichten.

| 1854-1945 | Jg. 1894 vom 20.1.1894, Seite 3
(Großes Preis-Perlaggen.) Wie in den Vorjahren findet auch dieses Jahr am 2. Februar im Hotel-Restaurant „Veldidena" ein großes Preis- Perlaggen mit Geldpreisen im Werte von fünfhundert Kronen statt. Alles nähere im heutigen Inserat.
Seite 16

Quelle: Digitalisat der Uni Innsbruck, entnommen von ≡ mehr ...

Unterinnthaler Bote.

| 1892-1916 | Jg. 1899, Ausgabe v. 8.12.1899
Arzl, bei Innsbruck, 3. Dez. (Preis-Perlaggen.) Gestern abends fand ein solches „beim Sternwirth" statt, wobei ein Ortsinheimischer, Buchrainer Lenz, reger Betheiligung zum Perlagger-König ausgerufen wurde, und als ersten Preis einen lebenden Widder gewann.

Innsbrucker Nachrichten

. 1854-1945, Jg. 1927, Ausgabe v. 24.2.1927, Seite 3 aus: "https://ulb-digital.uibk.ac.at/obvuibz/periodical/pageview/3914658"
Die Geschichte des Perlaggens.

Von Hermann Schwaighofer.

(Schluß)

Das Perlaggen fand nun wahrscheinlich durch die Fuhrleute eine ungemein rasche Verbreitung; einige Jahre, nachdem es in Bozen das erstemal gespielt wurde, war es bis in die hintersten Talwinkel Nord- und Südtirols hinein bekannt und beliebt.
Hiezu mag wohl auch beigetragen haben, daß das Spiel nie um Geld, sondern ausschließlich um Wein gespielt wurde und wird, der von den Spielern gemeinsam getrunken wird.
Durch die rasche und weite Verbreitung des Perlaggens kam es, daß man in verschiedenen Orten nach verschiedenen Regeln spielte; um dem abzuhelfen und in das ganze eine gewisse Einheitlichkeit zu bringen und um den bisherigen Nichtperlaggern eine Anleitung zu geben, gaben einige Bozner im Jahre 1853 ein 16 Seiten starkes Heftchen heraus, das sich „Das Tiroler National= oder Perlagg=Spiel, erklärt von einigen Etschländern", betitelt und bei Wagner in Innsbruck erschienen ist. Das Heft, das sogenannte erste Perlaggerbüchl, fand reißenden Absatz, und trug weiter viel zur Verbreitung des interessanten Spieles bei.
Dieses erste Perlaggerbüchl enthielt wohl eine sehr gute Erklärung des Spieles und eine Erläuterung der allgemeinen Spielregeln: auf Details ließ es sich jedoch nicht ein. Durch die abwechslungsreichen Zusammenstellungen, die dasselbe bietet, durch unrichtige Auffassung im allgemeinen und durch die Streitsucht einzelner kam es, daß beim Perlaggen sehr oft gestritten und sogar der Spruch „Gotteswort und Perlaggerstreit währen fort in Ewigkeit" ein geflügeltes Wort wurde.
Um dem abzuhelfen und endlich Ordnung in das Perlaggen zu bringen, wurde im Jahre 1890 nach Innsbruck der erste Tiroler Perlaggerkongreß einberufen. Er fand unter äußerst zahlreicher Beteiligung von Stadt und Land aus Nord- und Südtirol am 19. April 1890 im „Adambräu"-Saal statt, und nahm einen glänzenden Verlauf.
Im selben Jahre noch erschien das neue, zwölf Seiten umfassende Perlaggerbüchl. betitelt:
Das Perlagg-Spiel.
Erklärung dieses Spieles nebst den Regeln, wie dieselben beim ersten tirolischen Perlaggerkongreß am 19. April 1890 festgestellt wurden. — Im Selbstverlag des Ausschusses für den Perlagger­kongreß. 1890. Innsbruck. Druck der Wagner'schen Universitäts-Buchdruckerei.
Der Hauptwert dieses Perlaggerbüchls besteht darin, daß die vom Kongreß für richtig und gültig befundenen Regeln fein säuberlich in 32 Paragraphen gesetzt wurden und nunmehr allen Perlaggern als Evangelium zu gelten hatten.
Aber wie nichts vollkommen auf der Weit ist, so trifft das auch bei den Regeln des Perlaggerbüchls zu. Trotzdem die besten Spieler ihrer Zeit mitarbeiteten und vor allem anderen jedwede Zweideutigkeit vermeiden wollten, ist es ihnen doch nicht ganz gelungen, alles so klar und deutlich aufzusetzen, daß man es nicht auch anders auslegen könnte. Und dadurch wurde natürlich dem Streit wieder Tür und Tor geöffnet, es legt eben der eine den Paragraph so und so aus und der andere anders. Wenn es sich oft nur um Wortklaubereien dreht und alles schließlich nur Spitzfindigkeiten sind, ist es doch nicht notwendig, daß das ganze edle Spiel des Perlaggens darunter leidet. Es haben sich daher im Jahre 1924 wieder bekannte Perlagger zusammengefunden und sich zur Aufgabe gesetzt, die alten Regeln vom Jahre 1890 so umzuarbeiten (keine neuen aufzustellen), das heißt stilistisch so abzufassen, daß in Zukunft nach menschlicher Voraussicht, wenn jeder diese Regeln befolgt, ein Periaggerstreit unmöglich ist.
Diese neu verbesserten Regeln werden nun das erste Mal im jetzt erschienenen Buch der Tiroler Kartenspiele (Bieten, Watten und Perlaggen) veröffentlicht, das natürlich auch die alten Regeln im Originaltext und eine genaue Erklärung dieser interessanten, typisch tirolischen Kartenspiele enthält.

Innsbrucker Nachrichten.

1854-1945, 1892, Ausgabe vom 16.2.1892, S 11
Auf dieser Seite kündigen 2 Vereine ihre Termine an.
Quelle: Digitalisat der Uni Innsbruck, entnommen von ≡ mehr ...

Neueste Zeitung

| 1920-1944 | 21. Jahrg. (1933) Nr. 82. Samstag, den 8.4.1933, Seite 12
Dieser Bericht liegt an anderer Stelle vor (Hundert Jahre Perlaggerspiel).